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Verföffentlicht von am 19.11.22.
An dieser Stelle wird deutlich, dass die Wahl der Zahlungsmethode mehr über die Seriosität eines Casinos aussagt als mancher Bonustext. Wer sich im deutschen Online-Glücksspiel bewegt, kommt an giropay nicht vorbei – obwohl diese Einschätzung auf den ersten Blick überraschen mag. Denn giropay ist kein klassisches E-Wallet und kein Kreditkarteninstrument, sondern ein Verfahren, das direkt mit dem Online-Banking der Girokonten verbunden ist. Gerade deshalb erweist es sich als erstaunlich präziser Gradmesser für die Frage, ob ein Anbieter den deutschen Markt ernst nimmt oder nur auf schnelle Kundenfang aus ist.
Startet man eine Einzahlung mit giropay, wird man zunächst auf die Website der eigenen Bank oder der giropay-Zentrale weitergeleitet. Dort loggt man sich mit den bekannten Zugangsdaten seines Girokontos ein und bestätigt die Zahlung per TAN. Der Geldtransfer erfolgt in Echtzeit, was giropay von klassischen Überweisungen unterscheidet. Das Casino erhält allerdings weder die Kontonummer noch das Login – es wird lediglich eine Bestätigung übermittelt, dass die Transaktion erfolgreich war. Für Spieler, die ihre Bankdaten nicht preisgeben wollen, ist das ein erheblicher Vorteil. Gleichzeitig bedeutet die Architektur, dass giropay ausschließlich mit deutschen bzw. österreichischen Bankkonten funktioniert. Diese geografische Beschränkung ist kein Zufall, sondern ein bewusstes Regulierungselement: Der Zahlungsweg ist so eng mit dem deutschen Bankensystem verzahnt, dass er sich nur schwer für anonyme oder kriminelle Zwecke missbrauchen lässt.
Spätestens seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 und der vollständigen Marktregulierung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) im Jahr 2023 hat sich die Landschaft für giropay im Casino-Segment fundamental verändert. Vor der Einführung der neuen Lizenzordnung war der deutsche Spielbankenmarkt ein Flickenteppich aus europäischen Erlaubnissen, Altbeständen und regulierungsscheuen Angeboten. Diese Ära ist vorbei. Nach aktueller Rechtslage dürfen virtuelle Automatenspiele und Online-Poker nur noch von Anbietern vertrieben werden, die über eine GGL-Lizenz verfügen.